DATEN

Daten & Fakten:

Der deutsche Mobilfunkmarkt

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen eine Daten- und Faktensammlung zum deutschen Mobilfunkmarkt zur Verfügung – Angefangen mit der Marktstruktur, über Mobilfunkpreise und Tarifleistungen bis hin zum Infrastrukturausbau und den rechtlichen Rahmenbedingungen für wettbewerbsfördernde Maßnahmen im Telekommunikationsgesetz (TKG). Für alle abgebildeten Informationen finden Sie die Herkunft bzw. die Fundstelle entweder direkt verlinkt oder als Fußnote zur jeweiligen Darstellung.

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teurer ist Mobilfunk in Deutschland gegenüber den Kosten in UK.

SIM-Karten entfallen statistisch gesehen auf jede/n Bürger/in.

National

International

Rechtliches

Fachliteratur

Oligopolistische Struktur auf dem deutschen Mobilfunkmarkt

Aus einer Phase funktionierenden Wettbewerbs in den 2000er Jahren hat sich der deutsche Mobilfunkmarkt hin zu einer oligopolistischen Marktstruktur entwickelt. Zum einen veränderte sich die Marktstruktur durch Unternehmensübernahmen. Zum anderen durch eine politische Übergewichtung der Unternehmensinteressen der netzbetreibenden Mobilfunkanbieter. Das führte dazu, dass in den 2010er Jahren regulatorische Vorgaben zur Förderung des Wettbewerbs beseitigt bzw. im späteren Verlauf nur in unwirksamer Weise auferlegt wurden.

2007

  • Diensteanbieter (19,8%)
  • Netzbetreiber (80,2%)

2012

  • Diensteanbieter (15,1%)
  • Netzbetreiber (84,9%)

2017

  • Diensteanbieter (20,2)
  • Netzbetreiber (79,8%)

2021

  • Diensteanbieter (8,8%)
  • Netzbetreiber* (91,2%)

*Als Netzbetreiber werden hier gezählt: Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1.

Zweitmarken der Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland

Die Anzahl der im Mobilfunkmarkt vertretenen Marken ist nicht gleichzusetzen mit der Zahl unabhängiger Anbieter. Aus dem breiten Markenportfolio auf dem Mobilfunkmarkt ist keine Ableitung auf ein funktionierendes Wettbewerbsumfeld möglich. Die fast 50 Submarken der Netzbetreiber – abhängige Tochtergesellschaften – dienen der Angebots- und Zielgruppendifferenzierung der Netzbetreiber. Sie üben keinen Wettbewerbsdruck auf ihre Muttergesellschaften und Schwestermarken (andere Submarken) aus. Für effektiven Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt können somit nur netzunabhängige Mobilfunkanbieter sorgen.

Telekom-Submarken

Telekom

congstar

EDEKA smart

fraenk

ja! Mobil

NORMA connect

FCB Mobil

Kaufland mobil

Penny Mobil

Vodafone-Submarken

Vodafone

allmobil

goood

Lidl Connect

otelo

SIMon mobile

FYVE

BIGsim

rossmann

Bild mobil

Telefónica-Submarken

Telefónica

ALDI Talk

Ay Yildiz

Blau

Fonic

NettoKOM

netzclub

Nova mobil

Ortel Mobile

Tchibo Mobil

TürkeiSIM

WhatsApp SIM

1&1-Submarken

1&1

1&1

Bild connect

Deutschland SIM

discoTEL

eteleon

free-prepaid

Galaxy EXPERTE

GMX

handyvertrag.de

maXXim

M2M-mobil

Premium SIM

sim.de

simdiscount

simplytel

smartmobil.de

Web.de

win.SIM

yourfone

Nutzung und Verteilung aktiver SIM-Karten auf dem deutschen Mobilfunkmarkt

Mio. aktive persönliche SIM-Karten werden in Deutschland genutzt (ohne M2M SIM-Karten).

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aller aktiven persönlichen SIM-Karten entfallen auf Postpaid-Verträge.

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aller aktiven persönlichen SIM-Karten entfallen auf Prepaid-Verträge.

Mio. SIM-Karten werden zusätzlich für Datenkommunikation zwischen Maschinen (M2M) genutzt.

Daten: BNetzA-Jahresbericht 2021

Wachstum des Datenvolumens im Mobilfunk (Deutschland)

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 5.457 Millionen GB (5.457 Petabyte) Datenvolumen im Mobilfunk verbraucht. Seit der Einführung des 4G/LTE-Standards bewegen sich die jährlichen Steigerungsraten der mobilen Datennutzung zwischen ca. 37% und 58%. Die dargestellten Steigerungsraten gehen zurück auf die von der Bundesnetzagentur im Jahresbericht 2021 veröffentlichten Kennzahlen.

  • 2013 47,94% 47,94%
  • 2014 45,57% 45,57%
  • 2015 58,78% 58,78%
  • 2016 52,03% 52,03%
  • 2017 43,58% 43,58%
  • 2018 38,33% 38,33%
  • 2019 44,07% 44,07%
  • 2020 37,39% 37,39%

Daten: BNetzA-Jahresbericht 2021

Mobilfunktarife im internationalen Vergleich

Berechnungen, die sich auf das Frühjahr 2022 beziehen, zeigen, dass die durchschnittlichen Preise und Datenvolumina von Mobilfunktarifen in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt westeuropäischer Länder liegen. Für diese Berechnung wurden Daten von Daten New Street Research (2022) und von Ookla (2022) herangezogen. Neben überdurchschnittlich hohen Mobilfunkpreisen müssen sich deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls mit unterdurchschnittlich niedrigen Downloadgeschwindigkeiten arrangieren.

Teurer Mobilfunk in Deutschland: Internationale Preise im Vergleich.

Mobilfunktarife in Deutschland sind im westeuropäischen Vergleich überdurchschnittlich teuer, während sie gleichzeitig über ein unterdurchschnittliches Datenvolumen verfügen (Datenerhebung siehe „Mobilfunktarife im internationalen Vergleich„). Anders formuliert: Mobilfunkkunden in Deutschland bezahlen für das erhaltene Leistungsspektrum im Durchschnitt äußerst hohe Preise. So sind die Durchschnittspreise etwa in Österreich um 11%, in Frankreich um 31%, in Spanien um 32%, im Vereinigten Königreich um 40% und in Italien um 56% geringer als in Deutschland. Nur für die Schweiz sind noch höhere Preise als in Deutschland beobachtbar, was jedoch u. a. mit geografisch bedingten hohen Kosten des Netzausbaus erklärt werden kann. Zudem erhalten Endkunden in der Schweiz im Durchschnitt ein um 80% höheres Datenvolumen.

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Österreich

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Frankreich

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Spanien

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UK

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Italien

Dauer des LTE-Infrastrukturausbaus im internationalen Vergleich (in Jahren)

Eine Analyse von Daten der Europäischen Kommission, von IHS Markit/Omdia und Point Topic (2022) zum Ausbau der LTE-Infrastruktur ergibt, dass Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich lange für den Ausbau seiner LTE-Infrastruktur gebraucht hat. Die nachstehende Darstellung vergleicht die Anzahl der Jahre, die in den jeweiligen Ländern für den Infrastrukturausbau von 65% auf 95% notwendig waren. Der besonders langsam fortschreitende LTE-Ausbau in Deutschland ist darauf zurückzuführen, dass bis acht Jahre nach dem LTE-Vermarktungsstart kein Wettbewerbsdruck durch Diensteanbieter entstehen konnte, weil diesen  von den Netzbetreibern der diskriminierungsfreie Zugang zu den LTE-Netzen unternehmensübergreifend verwehrt wurde. Durch die geringe Wettbewerbsintensität auf dem Mobilfunkmarkt ergab sich für die Netzbetreiber keine Notwendigkeit, sich über aktiven Infrastrukturwettbewerb voneinander zu differenzieren. Ein im internationalen Vergleich überdurchschnittlich langsamer Ausbau war die Folge.

Deutschland

Niederlande

Belgien

Norwegen

Dänemark

Österreich

Finnland

Portugal

Frankreich

Schweden

Italien

Spanien

Internationales Roaming

Deutsche Kundinnen und Kunden können ihre heimischen Mobilfunktarife auch im Ausland nutzen – das sogenannte internationale Roaming. 

Mio. GB Datenverkehr (2019)

Mio. GB Datenverkehr (2021)

Mio. abgehende Verbindungsminuten (2019)

Mio. abgehende Verbindungsminuten (2021)

Mio. versendete SMS (2019)

Mio. versendete SMS (2021)

Daten: BNetzA-Jahresberichte 2019 & 2021

Rechtsgrundlage im Telekommuni­­­kationsgesetz zur Förderung des Wettbewerbs im Mobilfunk

§ 105 TKG – Förderung des Wettbewerbs

„Bei der Zuteilung von Frequenzen für Telekommunikationsnetze […] fördert die Bundesnetzagentur einen wirksamen Wettbewerb und vermeidet Wettbewerbsverfälschungen im Binnenmarkt.“ […]

Bei ihren Entscheidungen stützt sich die Bundesnetzagentur unter Berücksichtigung der Marktbedingungen und der verfügbaren Vergleichsgrößen auf eine objektive, vorausschauende Beurteilung der Wettbewerbsverhältnisse […]. Bei der Beurteilung berücksichtigt die Bundesnetzagentur den in § 11 Absatz 3 beschriebenen Ansatz zur Durchführung von Marktanalysen.“

§ 11 Absatz 3 TKG – Marktanalyse

„Bei der Prüfung der Regulierungsbedürftigkeit eines Marktes nach Absatz 2 berücksichtigt die Bundesnetzagentur die Entwicklungen, die ohne eine Regulierung des betrachteten Marktes nach den Vorschriften dieses Abschnitts zu erwarten wären; sie berücksichtigt insbesondere

    1. Marktentwicklungen, die die Wahrscheinlichkeit, dass der relevante Markt zu einem wirksamen Wettbewerb tendiert, beeinflussen,
    2. alle relevanten Wettbewerbszwänge auf Vorleistungs- und Endkundenebene, unabhängig davon, ob davon ausgegangen wird, dass die Quelle solcher Wettbewerbszwänge von Telekommunikationsnetzen und -diensten oder anderen Arten von Diensten oder Anwendungen ausgeht, die aus Endnutzersicht vergleichbar sind, und unabhängig davon, ob solche Wettbewerbszwänge Teil des relevanten Marktes sind,
    3. andere Arten der Regulierung oder von Maßnahmen, die auferlegt sind und sich auf den relevanten Markt oder zugehörige Endkundenmärkte im betreffenden Zeitraum auswirken, sowie
    4. eine auf eine Marktanalyse gestützte Regulierung anderer relevanter Märkte.“

Fachliteratur

Jahresbericht der bundesnetzagentur (2021): unsere zukunft sicher vorbereiten

Am 03. Juni 2022 hat die Bundesnetzagentur ihren Jahresbericht 2021 veröffentlicht. Darin beleuchtet sie Aktivitäten und Regulierungsentscheidungen in den Sektoren Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Der Bericht enthält aktuelle Daten und Analysen zum deutschen Telekommunikations- und Mobilfunkmarkt. So werden ab Seite 46 u.a. aktuelle Kennzahlen zur Datennutzung im Mobilfunknetz und zur Verbreitung des 5G-Mobilfunkstandards im Vergleich zu den Vorjahren betrachtet.

23. Tk-marktanalyse deutschland 2021 (VATM)

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. veröffentlicht jährlich die Ergebnisse einer Befragung der Mitgliedsunternehmen. Die Marktstudie des Jahres 2021 befasst sich ab Seite 20 mit der Situation auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und beleuchtet u.a. Marktverhältnisse und die Entwicklung der Nutzung digitaler Daten.

Economic analysis of the Introduction of the MVNO System and Its Major Implications for Optimal Policy Decisions in Korea (Telecommunications Policy)

Kim und Seol stellen in ihren Untersuchungen einen preissenkenden Einfluss des Markteintritts von Diensteanbietern fest.

12. Sektorgutachten telekommunikation (2021): Wettbewerb im Umbruch (Monopolkommission)

In ihrem 12. Sektorgutachten Telekommunikation spricht die Monopolkommission Empfehlungen aus, wie der Wettbewerb auf der Netz- und der Diensteebene zum Vorteil der Endnutzerinnen und Endnutzer ausgebaut werden kann. Unter der Überschrift „Wettbewerbsfähigkeit der Diensteanbieter im Mobilfunkmarkt erhalten“ finden sich ab Seite 58 die zugehörigen Aussagen und Empfehlungen der Monopolkommission.

Upstream Regulation in Mature Network Industry: Evidence from Nordic Mobile Telecommunications Markets (Applied Economics Letters)

Jun, Byun und Yeo kommen auf Grundlage einer Analyse skandinavischer Mobilfunkmärkte zu dem Schluss, dass so- wohl eine höhere Anzahl von Diensteanbietern als auch das Vorhandensein einer Diensteanbieterverpflichtung an sich Preissenkungen bewirkt. Eine Intensivierung des Preiswettbewerbs durch Diensteanbieter erhöht auch die Anreize aufseiten der MNOs, sich durch Innovationen von ihren Wettbewerbern zu differenzieren.