#VierFragen zum Wettbewerb an Olympiasiegerin Kira Walkenhorst

2. Dez 2022

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Lesezeit: 4 Minuten

Kira Walkenhorst ist Olympiasiegerin, Weltmeisterin und mehrfache Europameisterin im Beachvolleyball. Mit verschiedenen Team-Partnerinnen ist sie bereits seit 2008 als Leistungssportlerin im Beachvolleyball aktiv und zählt spätestens seit 2013 zur europäischen Elite, als sie EM-Dritte und erstmals deutsche Meisterin wurde. Walkenhorst galt lange Jahre als beste Blockerin der Welt, was auch bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die Grundlage zum gemeinsamen Gold-Erfolg mit Laura Ludwig war. Im Jahr 2020 wurde Kira Walkenhorst gemeinsam mit Laura Ludwig zur „Sportlegende des Jahrzehnts“ ausgezeichnet. Wir haben Kira Walkenhorst vier Fragen zum Wettbewerb gestellt, über persönliche Herausforderungen und  Fair Play gesprochen und nachgefragt, welche Eigenschaften des Sports sie gerne auf Wirtschaft und Gesellschaft übertragen würde.

 

Welcher Wettbewerb hat Sie persönlich bisher am stärksten gefordert?

Kira Walkenhorst: Wenn ich ehrlich sein soll, dann wahrscheinlich die soeben überstandene TV total WOK-WM auf Pro7. Das war wirklich eine Grenzerfahrung, auf einem WOK mit 105 km/h einen Eiskanal mit drei weiteren Athleten hinunterzurasen. Am Ende sogar als Zweitbeste und damit sehr erfolgreich. Aber Spaß beiseite. Am stärksten gefordert hat mich wahrscheinlich die WM 2017, weil ich zuvor starke körperliche Probleme hatte und die Temperaturen bei der WM 2017 in Wien unfassbar hoch waren. Die Sandtemperatur auf dem Center Court lag bei 63 Grad. Trotz aller Widerstände war ich auf den Punkt wieder top fit und wir konnten uns am Ende durchsetzen und uns den Titel sichern.

 

Wie wichtig sind neue Impulse für Sie, um Höchstleistungen zu erzielen oder neue Wege einzuschlagen, und wie hat sich der Sport in Ihren aktiven Jahren verändert?

Kira Walkenhorst: Neue Impulse sind sehr wichtig, weil man sich immer weiterentwickeln und allem Neuen gegenüber offen sein sollte. Die Welt dreht sich weiter, da ist ein Stillstand in der Entwicklung extrem kontraproduktiv.

Beachvolleyball ist in den letzten Jahren immer athletischer geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen Beachvolleyball als Fun und Party definiert wurde. Ein Beachvolleyballprofi trainiert heute sehr viel mehr. Zwei Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag sind der Standard. Athletiktraining, Balltraining, Techniktraining, Mentaltraining, Physiotherapie…

 

Welche Bedeutung haben sportliche Konkurrenz und Fair Play für Sie?

Kira Walkenhorst: Sportliche Konkurrenz ist wichtig, weil man sich dadurch auch selbst weiterentwickelt und zu Höchstleistungen angespornt wird. Konkurrenten trainieren heutzutage miteinander, lernen von den Stärken der Konkurrenten und arbeiten dadurch gezielt an den eigenen Schwächen. Trotz des Wettbewerbs profitieren die Sportler von den Kompetenzen, Anregungen und Ideen der Mitstreiter. Fair Play ist für mich die Basis von Sport.

 

Welche Eigenschaft des Sports würden Sie gerne auf Wirtschaft und Gesellschaft übertragen?

Kira Walkenhorst: Ein Beachvolleyballteam bildet die kleinste Mannschaft der Welt. Und obwohl es ein Mannschaftssport ist, kann keiner der beiden Spieler ausgewechselt werden. Jeder Spieler trägt die maximale Eigenverantwortung für den Erfolg. Darum ist es wichtig, dass die beiden Spieler extrem gut kommunizieren, denn wenn einer der beiden wackelt, muss der andere ihm beistehen und ihm aus der Notlage helfen. Nur gemeinsam hat das Team Erfolg.

 

Kira Walkenhorst

Kira Walkenhorst ist professionelle Beachvolleyballerin und mit zahlreichen internationalen Titeln ausgezeichnet. Als Olympiasiegerin 2016, Weltmeisterin 2017 sowie Siegerin der World Tour Final 2016 und 2017 hat sich Kira Walkenhorst in der Weltelite ausgezeichnet. Neben drei deutschen Meistertiteln wurde sie vom internationalen Beachvolleyballverband sowohl als „Best Blocker“ als auch als „Best Hitter“ ausgezeichnet. 

Walkenhorst bekam vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerplatt für ihre sportlichen Leistungen verliehen. Darüber hinaus gewann sie als Team den Award der „Mannschaft des Jahres“ 2016 und 2017. Weitere Informationen zu Kira Walkenhorst finden Sie auf ihrer Internetseite www.kirawalkenhorst.de oder auf Instagram (@kirawalkenhorst).

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